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Jochen Hägele ist neuer Pfarrer der Ev. Brüdergemeinde Korntal

 

Der neue Geistliche Vorsteher der Ev. Brüdergemeinde Korntal heißt Jochen Hägele. Am Sonntag, 15. November, bestätigten die Mitglieder die Berufung des 45-jährigen Pfarrers von Unterriexingen durch den Brüdergemeinderat mit überwältigender Mehrheit. Hägele hat am 2. Mai sein neues Amt angetreten. Er ist Nachfolger des im Juli 2009 nach Hohenhaslach gewechselten Pfarrers Michael Wanner, der 18 Jahre das Vorsteheramt innehatte. „Ich freue mich über die Wahl und den damit ausgedrückten Vertrauensvorschuss, den die Brüdergemeinde mir entgegenbringt. Zugleich bin ich neugierig und gespannt auf die neue Aufgabe“, so der neue Geistliche Vorsteher Jochen Hägele.

 

Die Wahlbeteiligung lag bei insgesamt rund 60 Prozent. 74 Prozent der Korntaler Mitglieder und 40 Prozent der auswärtigen Mitglieder machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Mit „Ja“ stimmten 536 der 922 stimmberechtigten Mitglieder. Mit „Nein“ votierten 10 Mitglieder. Der Brüdergemeinderat, das oberste Leitungsgremium der Gemeinde, hatte sich zuvor einstimmig für Hägele als Kandidaten ausgesprochen und ihn der Mitgliederversammlung vorgeschlagen. Am 1. November hatte Hägele im Großen Saal gepredigt und sich anschließend den Fragen der Mitglieder gestellt. Er ist der 19. Pfarrer in der 190-jährigen Geschichte der Ev. Brüdergemeinde Korntal. Seine Amtszeit beträgt 10 Jahre.

 

Gebürtiger Ditzinger

Der gebürtige Ditzinger Jochen Hägele ist verheiratet mit Gudrun und hat drei Söhne im Alter von 15, 13 und fünf Jahren. Seit September 2000 ist er Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Unterriexingen. Sein Theologiestudium absolvierte er in Tübingen, sein Ausbildungsvikariat in der Kirchengemeinde Kleingartach. „Pfarrer zur Anstellung“ war er 1997 in Neuhausen auf den Fildern. Anschließend war er bis zum Jahr 2000 als Studienassistent im Fachbereich Neues Testament am Albrecht-Bengel-Haus Tübingen, einem Wohn- und Studienzentrum für Theologiestudenten, tätig. Seit 2007 ist er zudem Vorsitzender des Trägervereins des Albrecht-Bengel-Hauses e.V. Jochen Hägele engagiert sich ferner in der Ludwig-Hofacker-Vereinigung, einem Forum für diakonische und missionarische Organisationen und Aktionen, die sich dem württembergischen Pietismus verbunden wissen.

 

Was sich für ihn verändern wird

Auf Fahrrad, Schwimmbad, Gartenarbeit und Lesen will der bekennende Familienmensch auch als Geistlicher Vorsteher nicht verzichten. Genügend Veränderungen kommen ohnehin auf ihn und seine Familie zu, angefangen vom Umzug, den man aufgrund der Konfirmation des mittleren Sohnes auf April hinaus geschoben hatte. Der Dienstbeginn war deshalb am 2. Mai 2010. Die nächsten 10 Jahre wird er in seiner Rolle als Geistlicher Vorsteher der Brüdergemeinde ohne seine gewohnte Arbeitskleidung, den Talar eines evangelischen Pfarrers, auskommen müssen. Der Prediger im Großen Saal der Brüdergemeinde tritt immer im Anzug auf, denn er leitet mit Mitgliedern des Brüdergemeinderats auf der Brüderbank, die sich hinter dem Rednerpult befindet, den Gottesdienst. Damit wird das theologische Verständnis vom „Priestertum aller Gläubigen“ ausgedrückt.

 

Eine Horizonterweiterung

Dass er ein Amt mit vielen Pflichten übernimmt, ist ihm bewusst. Doch die neue Aufgabe in Korntal reizte ihn, wie er selbst zugibt, und ließ ihn zusammen mit der Familie ein „Ja“ zur Berufung finden. Mehr Mitarbeiter, mehr Gemeindekreise, mehr Verantwortung, intensive theologische Arbeit, eine starke Diakonie, missionarische Mitverantwortung der Gemeinde und vielseitige Arbeitszweige wie das Orientierungsjahr für junge Christen: „Ich freue mich auf diese Horizonterweiterung“, so Jochen Hägele. Trotzdem möchte er sich nicht von der für ihn liebsten Aufgabe eines Pfarrers, der Arbeit über Gottes Wort und dem Predigen, abhalten lassen. Gleichwohl räumt er ein, dass bei dem anspruchsvollen „Job“ des Geistlichen Vorstehers in diesem Punkt „Konzentration sicher Not tut, weil viele Aufgaben an dem Amt hängen“.

 

Künftig ein bisschen mehr in der Stadt leben

Die Unterriexinger Christen mussten bis dahin nicht fürchten, dass ihr Pfarrer geistig schon auf der Kanzel des Korntaler Großen Betsaals stand. „Bei aller Planung bin ich ein Mensch, der sehr bewusst in der Gegenwart lebt und nicht zuerst auf Zukünftiges fixiert ist. Ich freue mich über die Berufung, möchte mich aber dennoch die verbleibenden Monate ganz auf Unterriexingen konzentrieren.“ Auf eine Veränderung in ihrem Lebensumfeld freute sich Familie Hägele allerdings besonders: „Künftig werden wir in einem Ort wohnen, in dem es eine Vielzahl von Einkaufsmöglichkeiten gibt und der eine enge Verbindung zu Stuttgart hat – ein bisschen mehr Stadt also.“

 

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